PG&E Power shutdown

Irgendwie haben wir alle schon mal eine gewisse Zeit ohne Strom in der eigenen Wohnung verbracht, weil der heimische Energieversorger Wartungsarbeiten durchführt oder aber der Blitz in Hausnetz eingeschlagen ist. Wir alle wissen, wie unschön das sein kann! Auch wenn es manchmal nur für wenige Stunden ist, merkt man doch recht schnell, was alles nicht mehr möglich ist und wie abhängig wir doch mittlerweile vom Strom sind, der aus unseren Steckdosen die Endgeräte mit Power versorgt.

PG&E steht für „Pacific Gas and Electric Company“ und ist der größte Energieversorger der Vereinigten Staaten mit Firmensitz in San Francisco. Das Unternehmen versorgt überwiegend den Norden Kaliforniens. Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien im Jahr 2018 sind wohl unter anderem auf defekte Stromleitungen zurück zu führen, weshalb das Unternehmen Anfang 2019 Insolvenz anmelden musste. Schätzungen besagen, dass die Haftung des Unternehmens, für die Feuer, bei ca. 30 Milliarden US-Dollar liegen. ———

Extreme Wetterbedingungen mit starken Winden und recht warmen Temperaturen, sowie trockene Vegetation im Landesinneren, führte vor einigen Tagen dazu, dass der Stromversorger PG&E in ungefähr 34 Counties (Landkreisen) den Strom vorübergehend unterbrach. Zu groß war die Gefahr von Waldbränden oder der Ausbreitung bereits bestehender Brände.

Die Zeit, in der ungefähr 800.000 Kunden ohne Strom waren, nutzte das Unternehmen unter anderem auch dafür, beschädigte und marode Stromleitungen zu reparieren.

Wir waren zwar nicht wirklich von der Stromabschaltung betroffen, haben aber die Probleme, die damit einher gingen ebenfalls bemerkt. Wir standen mit unserem Wohnmobil, in der Zeit wo meine Mutter und meine Schwester zu Besuch waren, in Marin City. Das liegt nördlich von San Francisco kurz hinter der Golden Gate Bridge. Dort war an zwei aufeinander folgen Tagen der Strom komplett abgeschaltet. Der Tunnel, den man durchfahren musste um nach Marin City über den Highway zu gelangen, blieb komplett dunkel. Die Ampelkreuzungen waren mit provisorischen Stop Schildern abgesichert, um zu signalisieren, dass hier eine abgeschaltete Ampel ist. Keine Straßenbeleuchtung, auch die Häuser waren alle dunkel. Supermärkte schienen entweder mit einem Notstromaggregat versorgt zu werden oder hier hatte keine Abschaltung stattgefunden. Dramatische Werbespots liefen die Tage vor der geplanten Abschaltung im Radio, man solle sich mit ausreichend Wasser, Batterien, Taschenlampen und Benzin eindecken. Als Außenstehender hatte man das Gefühl, die Apokalypse stehe bevor.

Als wir uns am vergangenen Donnerstag auf den Weg nach Monterey an der Küste von Kalifornien am Highway No. 1 gemacht hatten, mussten wir unseren Mietwagen, den wir für diese Zeit hatten, noch auftanken. Da der Sprit in größeren Städten meistens teurer ist, entschieden wir uns dazu unterwegs aufzutanken.

Wir hatten dabei nicht bedacht, dass wir auf dem Weg nach Monterey evtl. auch durch Gebiete fahren würden, die von der Strom Abschaltung betroffen waren. So standen wir plötzlich auf einer Tankstelle mit Zetteln auf den Zapfsäulen, mit dem Hinweis, dass der Betrieb aufgrund der Strom Abschaltung von PG&E geschlossen ist. Kein Benzin für uns.

Allerdings war trotzdem ein Mitarbeiter in der Tankstelle, der manuell die elektrische Schiebetür für uns öffnet um unsere Frage nach dem Benzin zu beantworten. Er schickte uns in einen 20 Minuten entfernten Ort, über die Berge, also wieder weg von der Küste, da der Ort nicht von der Abschaltung betroffen war.

Ehrlich gesagt hat man nicht so recht verstanden, wie genau diese Abschaltung funktionierte. In einigen Orten, wo zum Beispiel die Tankstellen nicht funktionierten, schienen aber die Ampeln nach wie vor zu gehen.

Das alles führt uns nochmal ganz genau vor Augen, dass die Entwickelungen der Neuzeit auch ihre Tücken haben kann und wir dann ganz schnell zurück in ein anderes Zeitalter befördert werden.

Man muss ehrlicherweise sagen, dass ich nicht beurteilen kann, wie gut oder schlecht die Stromleitungen hier wirklich sind. Was einem allerdings recht schnell auffällt, ist das „Chaos“ dass man alleine beim spazieren gehen in einer Stadt, hier in den USA entdeckt, wenn man seinen Blick auf die Stromleitungen wirft.

Es gibt hier selbstverständlich auch Überland Stromleitungen die ähnlich wie zum Beispiel bei uns in Deutschland aufgebaut sind. In den Städten sieht man aber meistens die Holzpfähle, die neben der eigentlichen Stromleitung auch das Kabel für Telefon, TV und Internet transportieren.

Praktisch mag das sein, wenn es Probleme mit dem Heimischen Internet gibt. Wird zum Beispiel die Internet Leitung bei Bauarbeiten in der Erde Beschädigt, ist es vermutlich etwas aufwändiger diese zu reparieren. Bei der Lösung, dass die Internet Leitung ebenfalls Oberirdisch verläuft, lässt sich ein Problem damit vielleicht einfacher und schneller beheben.

Nichts desto trotz; mein Blick als Leihe darauf lässt mir sagen, dass es sicherlich nicht die beste Lösung ist, die sich die Amerikaner, wer weiß vor wie vielen Jahren, ausgedacht haben. Die Leitungen verlaufen hier in geringer Höhe über den Straßen, teilweise nah an Bäumen vorbei. Kein Wunder, dass es da immer wieder zu Problemen kommt und Bäume plötzlich Feuer fangen.

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